Das Abformen von Einzelkronen und/ oder -inlays ist bei
konventionellem Vorgehen mit getrenntem Abdruck von Ober- und
Unterkiefer und nachfolgender Bissnahme sehr zeitintensiv.
Angesichts der permanenten Reduktion der Honorare durch die
Sozialpolitik wäre eine Verkürzung der Behandlungszeit ohne
Einschränkung der Qualität der erbrachten Leistung wünschenswert.
Der nachfolgende Artikel beschreibt eine Abdrucktechnik, die bereits
Mitte der achtziger Jahre angewendet wurde. Sie fand damals durch
begleitende Untersuchungen wissenschaftliche Anerkennung. Der mit
diesem Verfahren verbundene Patientenkomfort erfährt eine deutliche
Verbesserung durch ein neues schnellabbindendes A-Silikon.
Triple Tray Technik, Doppelbogen-, Simultan- und geschlossene
Mundabformung sind alles Begriffe, die ein und dieselbe Technik
beschreiben. Mit dem von der 3M Medica wieder entdeckten
Abdruckverfahren sollen dem Zahnarzt bei Verwendung des
neuentwickelten superschnellen A-Silikon Imprint II Quickstep in
unglaublichen 2 1/2 Minuten die Abformung der Präparation, die
Abformung des Gegenkiefers und die Bissnahme gelingen. Um es
vorwegzunehmen: es stimmt wirklich. Das Verfahren und seine
Ergebnisse sind faszinierend. Die Patienten sind begeistert, weil
der kleine Löffel im Vergleich zu den großen, die eine komplette
Abformung des Kiefers ermöglichen, keinen Würgereiz provoziert (Abb.
1).
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Abb. 1: Patientin während der geschlossenen
Mundabformung |
Die Komponenten
Die wichtigste Komponente ist ein spezieller
patentierter Abdrucklöffel (Bite Relator 2000, MDent) aus rostfreiem
autoklavierbarem Metall (Abb. 2).
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Abb. 2: Bite Relator: Dreifachabformlöffel mit
Einlagen |
Im Gegensatz zu Kunststofflöffeln lässt er keine Verzüge zu. Die
beiden Löffelwände werden durch einen stabilen Bügel miteinander
verbunden. Er wird bei der Abformung in habitueller Okklusion - der
Patient muss zur Abformung "zubeißen" - in den retromolaren Raum
positioniert und erlaubt so ein störungsfreies Schließen. Ein
Löffelgriff dient zum Halten während des Einfüllens des
Abdruckmaterials und zum Einführen in den Mund. Ein dünner
Gewebeeinsatz trennt Ober- und Unterkieferabformung voneinander.
Dieser ist ein Einmalartikel und so dünn, dass er zu keiner
Bisserhöhung führt. Frühere Verfahren kannten diese Gewebeeinlage
noch nicht. Als Folge kam es bei der Modellherstellung immer wieder
vor, dass der Modellgips durch okklusale Kontakte unkontrolliert in
die Gegenabformung floss. Die neuartige Gewebeeinlage verhindert
dies zuverlässig.
Entsprechend der Mundsituation und der Zahl der präparierten
Zähne hat der Zahnarzt die Wahl zwischen drei verschiedenen Löffeln:
Standard Tray für kleine und mittlere Zahnbögen; Xi Tray vergrößert
die Abdruckkapazität um 20 Prozent und kann den kompletten hinteren
Quadranten abformen; Wide Tray ist wie Xi gebaut, dabei allerdings
breiter, um Unregelmäßigkeiten wie Zahnfehlstellungen einbeziehen zu
können.
Die zweite Komponente ist das von 3M speziell für diese Technik
entwickelte A-Silikon. Es härtet im Mund in 2 1/2 Minuten aus. Es
wird in Kartuschen mit einem hochviskösen Löffel- und zwei
verschiedenen dünnfließenden Korrekturmaterialien geliefert. Die
Einführungspackung enthält darüber hinaus zwei Dispenser. Die
Vorteile der Doppelmischabformung sind bekannt: exakte Dosierung der
Komponenten und größere Präzision im Vergleich zum Korrekturabdruck.
Quickstep bringt aber weitere Vorteile. Die spezielle Zubereitung
erlaubt eine exzellente Benetzung der präparierten Zähne. Besondere
Bedeutung kommt dem hochviskösen Löffelmaterial zu. Es presst beim
Einführen des Löffels im Oberkiefer und dem nachfolgendem Schließen
des Mundes das Korrekturmaterial fest an die präparierten Zähne an.
Das Ergebnis sind blasen- und verzugsfreie Abdrücke von höchster
Genauigkeit.
Die Vorgehensweise
Die VMK-Krone an Zahn 15 entspricht nicht
mehr den ästhetischen Ansprüchen der Patientin (Abb. 3) und wünscht
sich daher eine neue Krone. Nach Präparation (Abb. 4) soll die
geschlossene Mundabformung durchgeführt werden. Dazu benötigt man
den oben beschriebenen Dreifach-Abformlöffel (MDent, Freiburg).
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Abb. 3: Ausgangssituation: alte VMK-Krone an Zahn
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Abb. 4: Präparierter Zahn
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Es hat sich als
zweckmäßig herausgestellt, den Patienten in die geschlossene
Mundabformung einzuweisen. Man bittet den Patienten wie gewohnt zu
schließen. Diesen Vorgang wiederholt man mit Shimstock-Folie, indem
man sich auf dem der Präparation gegenüberliegenden Zahnbogen (im
vorliegenden Behandlungsfall 2. und 3. Quadrant) eine Referenzstelle
aussucht, an der die Folie bei geschlossenen Zahnreihen nicht
herausgezogen werden kann. Der Patient öffnet den Mund wieder. Nun
wird der leere Löffel zuerst so im Oberkiefer positioniert, dass der
Verbindungsbügel der beiden Löffelwände retromolar liegt. Der
Löffelgriff muss vestibulär sein, weil er sonst beim Schließen
stört. Dann bittet man den Patienten zuzubeißen und hält während des
Schließens an der ermittelten Referenzstelle die Shimstock-Folie
zwischen die Zahnreihen. Hat der Patient wieder korrekt in
habitueller Okklusion geschlossen, hält die Folie wiederum.
Manche Patienten irritiert das Beißen in den mit Abdruckmaterial
gefüllten Löffel. Sie sind überrascht, desorientiert und suchen
durch wiederholtes Öffnen und Schließen die zuvor eingenommene
Position. Es versteht sich von selbst, dass dies nicht der
Abdruckgenauigkeit dient. Diese Situation lässt sich vermeiden, wenn
die Patienten auch darauf vorbereitet werden. Der Hinweis, sich
nicht davon irritieren zu lassen, nicht zu denken und nur
zuzubeißen, wie sie es vielfach am Tage tun, hilft, auch diese
kleine Schwierigkeit zu meistern. Zuletzt sollen sie vor allem
darauf achten, dass sie die eingenommene Position bis zum Abbinden
des Abformmaterials nicht verändern dürfen.
Für die Abformung muss der präparierte Zahn gut getrocknet und
frei von Blut und Speichel sein. Die Mitarbeiterin appliziert das
hochvisköse Material auf beide Seiten des Löffels. Dabei soll die
Kanüle immer im Material bleiben, um Lufteinschlüsse und damit
spätere Ungenauigkeiten zu vermeiden (Abb. 5).
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Abb. 5: Appliziertes
Abformmaterial |
Zur gleichen Zeit umspritzt der Zahnarzt mit dem niedrigviskösen
Korrekturmaterial den präparierten Zahn. Auch hier soll die Spitze
im ausfließenden Abformmaterial bleiben und mit leicht kreisenden
Bewegungen appliziert werden. So wird die Thixotropie des Materials
für ein präzises Anfließen an den Stumpf optimal genützt. Nun wird
der Löffel zuerst so über die Oberkieferzähne geführt, dass der
distale Bügel im retromolaren Raum liegt. Dann schließt der Patient
in habitueller Okklusion.
Der Zahnarzt hält wie bei der Probe auf der gegenüberliegenden
Seite zwischen die sich schließenden Zahnreihen die Shimstock-Folie.
Nach dem Schließen kann er so überprüfen, ob der Patient die
korrekte Position eingenommen hat. Nach 2 1/2 Minuten hält der
Zahnarzt den Löffel gegen den Oberkiefer fest und lässt den
Patienten öffnen. Der Löffel wird aus dem Mund entfernt, indem der
Zahnarzt ihn über Druck auf dem vestibulären Löffelrand von den
Zähnen löst. Das Ergebnis: eine verzugs- und blasenfreie Abformung
(Abb. 6). Abbildung 7 zeigt die zementierte Krone.
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Abb. 6: Abformung des präparierten Zahnes
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Abb. 7: Zementierte neue VMK-Krone
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Wissenschaftliche Untersuchungen
In der Literatur sind
einige überzeugende Untersuchungen aufgeführt, die sich mit der
Genauigkeit und den geeigneten Indikationen für das Einsetzen dieser
Technik befassen. Der CRA-Newsletter, Dezember 1986, beschreibt die
Vor- und Nachteile dieser Vorgehensweise. Wenn die Herstellung der
Modelle und deren Montage richtig durchgeführt wird, sind okklusale
Fehler nahezu ausgeschaltet. Das Abdrucksystem ist ideal für
Patienten mit einer Front-/Eckzahnführung. Es ist allerdings bei
denen mit Gruppenfunktion nicht so geeignet, weil die
gegenüberliegende Seite nicht mit abgeformt wird. CRA-Kliniker haben
über 10.000 Einheiten mit dieser Technik hergestellt und dabei
weniger als ein Prozent Wiederholungen gehabt.
Zwei klinische Erscheinungen können mit der geschlossenen
Mundabformung beherrscht werden. Die Verformung der Mandibula bei
der Mundöffnung findet nicht statt, weil die Abformung bei
geschlossenem Mund erfolgt. Außerdem wird die Beweglichkeit der
Zähne beim Schließen, die dazu dient, einen maximalen okklusalen
Kontakt im natürlichen Gebiss zu erzielen, mit dieser Technik
registriert. Damit steigt die Wahrscheinlichkeit einer genauen
okklusalen Beziehung.
Davis und Schwartz bestätigen in einer Veröffentlichung von 1991
die oben zitierten Aussagen des CRA-Newsletter. In einer Arbeit von
1992 untersuchen sie die Genauigkeit von Zweitausgüssen und kommen
zum Ergebnis, dass die mit einem Metalllöffel abgeformten Abdrücke
genauer sind, als die von Kunststofflöffeln. Schließlich bekräftigen
auch Parker et al. (1997), dass die vorgestellte Technik signifikant
bessere okklusale Beziehungen ermöglicht, als die konventionelle
Vollbogenabformung. Die angeführten Studien bestätigen die
Genauigkeit der geschlossenen Mundabformung. Sie ermöglicht genaue
Modelle und Güsse. Sie ist ideal für einzelne Kronen und Inlays,
spart Zeit, Geld und Material. Die geschlossene Mundabformung sollte
meines Ermessens jeder Praktiker zur Bereicherung seiner
therapeutischen Möglichkeiten beherrschen.
Gewinn für den Praxisalltag
Die Patienten reagieren
ausgesprochen positiv auf die neue Abdruckweise, besonders dann wenn
sie die konventionelle bereits kennengelernt haben. Ebenso sind sie
sehr zufrieden, wenn sich der neue Ersatz gleich mit der Einprobe
ohne Bisserhöhung harmonisch ins Gebiss einfügt. Plant man für die
Behandlung bei Quadrantenversorgungen die gewohnten Zeiten ein, wird
man bereits weit vor Ablauf der Zeit fertig sein. Was tun mit der
gewonnenen Zeit? Dieser Aspekt ist im höchsten Maße interessant!
Jeder Kollege wird diese Zeit sinnvoll nutzen können.
Informationen und Bestellung bei:
MDent
Rabenkopfstr. 43
79102 Freiburg
Tel.:
0800/2902500
Fax: 0761/288277